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Thorsten :
Dein Lieblingslied von Extrabreit, muß nicht nur das sein, wo Du
selbst gerade in der Band warst.
Rolf :
Mmh. Ich habe Extrabreit ja sehr früh mitgekriegt. Die paar
Auftritte, wo ich dann nicht dabei war... Poh. Schwere Nummer.
Thorsten :
Oder anders, was spieltst Du heute am liebsten?
Rolf :
Mann - ich versuche mich gerade mal durch die ganzen Programme
durchzudenken. Wir haben so ziemlich alle Nummern mal geprobt
oder gespielt... Was ich gerne spiele ist vom Stimmungsbild "Der
Präsident ist tot", diese ganze düstere Vision, die ist ja so
zeitmäßig noch heute immer aktuell. Passiert ja immer wieder...
Thorsten :
Gerade wieder in Serbien...
Rolf :
"Der Führer schenkt den Klonen eine Stadt". Damals haben die
alle gesagt und uns den Vogel gezeigt "Ihr könnt doch nicht so
ein Lied machen...". Es ist genau eingetroffen. Gentechnik,
Klonerei geht ja heute. Was macht mir noch Spaß? "Präsi" - "Der
letzte Schliff" habe ich immer gerne gespielt. Ich muß schon
mehrere nennen. Das ist unglaublich schwer, das einzugrenzen.
Man spielt seine eigenen Nummern sowieso gerne. Jedes Lied hat
seine Geschichte, seine Entstehung. In dem Moment wo ich die
Nummer spiele geht das manchmal wie so ein Film... Wenn die
Leute jetzt wüßten, was für Bilder dahinter stehen, wie das
entstanden ist mit Blut, Schweiß und Tränen. Manchmal ganz
stressig, manchmal ganz toll oder per Zufall war das dann da.
Wir haben ja ganz unterschiedliches Songmaterial erarbeitet.
Entweder hatte Kai mal den Text, Stefan mal die Gitarre oder die
Band hat was erarbeitet und wir hatten keinen Text aber die
Musik stand. Meistens kam die Musik von Stefan. In der damaligen
Urbesetzung wurden Bausteine so von jedem zusammengesetzt. Wenn
ich denke an "Polizisten", das spiele ich auch sehr gerne, das
war eine englische Version. Englischsprachiger Text, das war ein
völlig anderes Szenario. Da existiert auch noch eine Cassette
von aus dem Übungsraum.
Thorsten :
Das wollte ich sowieso sagen. Gerade bei den Titeln, die Du
genannt hast, bei "Präsident" und "Polizisten" ist ja gerade
auch im Bereich Schlagzeug ein unglaublicher Fortschritt
gegenüber der ersten Platte zu hören. Dieses Riff von
"Polizisten", das düstere vom "Präsidenten" paßt ja super zu der
Nummer.
Rolf :
Ja, dieses minimale... Durch das wenige was da passiert, paßt es
zum Stimmungsbild. Das ist auch bis zum heutigen Tag. Da denke
ich auch zwischen diesen ganzen Nummern, wo es so richtig abgeht
- rockig, punkig, da ist das ein völlig anderes Stimmungsbild.
Als wäre es von einer völlig anderen Band. Diese Wechselbäder
zwischen der ersten und der zweiten sind ja eigentlich sehr
gravierend. Auf der ersten Platte ist ja ein bunter
musikalischer Melodienstrauß drauf. Da geht es von Blues, Rock,
Boogie. All diese Musikarten, während es auf der zweiten ja auch
vom Stimmungsbild gar nicht mehr lustig war. Während die erste
noch unterhaltsam, lustig war und unheimlich viel Positivismus
ausstrahlte, hatte die zweite ja genau das Gegenteil. Das war
aber ein Zeichen unserer Zeit damals.
Thorsten :
Wobei "110" und "Alptraumstadt" thematisch ja auch ganz gut auf
die "Welch ein Land" passen!
Rolf :
Ja, ich meine mit Positivismus auch die Harmonien. Das war alles
sehr fröhlich. Während "Der Führer", "Polizisten", "Wir leben im
Westen" viel ernster, viel cooler, also unterkühlter,
reservierter und musikalisch spartanischer, bewußt auch gemacht
wurde. Das hat die Band auch immer ausgemacht, daß sie
Ausfallschritte gemacht hat. Wir waren unberechenbar... Die
Plattenfirma meinte "Was machen die jetzt für`ne Platte?". Das
habe die uns auch gesagt. "Wie könnt Ihr nach dem ersten Album,
was immer so abgeht und positiv ist, wie könnt Ihr so ernst
werden?" Die Zeit war aber damals so!
1981:
Häuserbesetzungen waren angesagt, Startbahn West,
Atomkraftgegner, die Ausläufer von der RAF, Baader-Meinhof. Hier
war eine unheimlich ernste politische Landschaft. Wir haben
teilweise wie auf einem Pulverfaß gelebt. Und dann gab es eine
bestimmte Jugendbewegung, die dagegen war und wir schwappten da
ja auch so in dieser Ecke mit. Wir kommen ja aus einer ganz
linken Ecke, kann man so sagen. "Wehringhausen - Wehrdichhausen"
war immer eine ganz linke Ecke. Anarcho, da gab es ja damals
so`ne Platte "die Leute vom Anarcho Rost" vor Horten.
Thorsten :
Der erste "Alles aus Hagen-Sampler"!
Rolf :
Genau. Und diese Szene wie Wehringhausen, das mußt Du Dir ja
vorstellen, wie Klein-Kreuzberg, mit den ganzen WGs. Die ganzen
"Bekloppten", die damals da eingeschlossen waren: Künstler,
Maler, Musiker, Leute die eben anders denken und drauf waren,
das war schon toll, das war eine tolle Szene. Aus dieser Szene
ist Extrabreit ja auch entstanden.
Thorsten :
Erinnerst Du Dich, wie Du zu Extrabreit gekommen bist und an die
Session für die erste LP? Du hattest ja mal am Telefon erwähnt,
mit den ganzen Schlagzeugern usw.
Rolf :
Na klar, wenn man jetzt sieht, wieviele Leute an dem Debutalbum
eigentlich daran mitgearbeitet haben... Freunde, Bekannte der
Band... Der erste Sänger von Extrabreit war ja gar nicht Kai,
das war ja Horst-Werner Wiegand, der ja auch bestimmte Texte hat
einfließen lassen auf die erste Platte. Das war ja eigentlich da
Phänomen. Der hatte aber dann keinen Bock eine Rockband zu
begleiten, weil er halt eben mehr so in ganz anderen Sphären
bewegte, so kopfmäßig. Der war mehr Liedermacher als jetzt sagen
wir mal der typische Rocksänger. Kai war das ja von Anfang an
auch nicht, weil der so mehr der Schöngeist war, der gut
zeichnen konnte, der sehr viel Spirit in der intellektuellen
Schiene sah. Damals hatte er bestimmt überall sein Heil gesucht,
nur nicht in der Rockmusik. Kleinkrieg - nee damals hieß er ja
noch nicht so.
Also Stefan und
ich wir tendierten ja immer zur Rockmusik . Irgendwann war mir
klar als ich in der Schulzeit war und auch hinterher als ich die
Ausbildung gemacht habe, "ich wollte Musiker werde", während
alle andern eher so sagten "ja, das legt sich schon wieder - ist
ja nur ein Hobby, mach erst mal weiter". Das war bei Stefan
bestimmt ähnlich. Wir haben beide Jahre vorher immer beide
gehofft "Mensch, hoffentlich egibt sich mal `ne Band, mal so
eine Konstellation, wo man weiter kommen konnte." Ohne das man
wußte, daß er eines Tages Extrabreit machen würde, bzw. daß ich
eines Tages dazustoßen würde. Das ist ja so faszinierend, daß
wir uns aus dem Auge verloren haben, dann angefangen haben, zu
musizieren, und irgendwann treffen wir wieder Jahre später
aufeinander. Da gab es eben so eine Band wie Extrabreit. Ich
hatte vorher schon mit allen möglichen Bands gespielt und man
trifft wieder aufeinander. Ich hatte früher mal so eine Band die
hieß "Stainless". Da habe ich im "KuK", so ein Kino in Wetter,
einen Gig gehabt und dann kam der ganz große Bahnhof: Kai,
Stefan, dann der damalige Manager bzw. Betreuer Karl Hartwig
Masuch, der heute mittlerweile Chef bei Warner Chappell ist...
Thorsten :
Christian Schneider...
Rolf :
... alias Christian Schneider von den Ramblers. Ich sehe sie
noch wie ich am Spielen war und die kamen bis zur Bühne und ich
wußte genau, weshalb die gekommen waren, weil ich hatte das im
Vorfeld schon mitbekommen "Schlagzeuger/Extrabreit" und so. Ich
hatte mich mal angeboten, aber da gab es noch die
freundschaftlichen Verbindungen zu Capt`n Horn - "Hörnchen", den
ich auch als Freund und Typ geschätzt habe. Wir haben viel
Jugendzeit miteinander verbracht, auch mit Capt`n Horn. Auch vor
Extrabreit. Stefan hatte seine Freundschaft mit ihm und ich. Und
wie das eben so ist, tut man sich da sehr schwer unter dem Motto
"wenn so eine Band gegründet worden ist, dann sind die es jetzt,
oder wir sind es jetzt". Das ging dann aber ab einem bestimmten
Punkt nicht mehr, weil Capt`n Horn war alles, nur kein
Schlagzeuger. Der war mehr Unterhaltungskasper und Animator,
aber nicht wirklich überzeugter Schlagzeuger. So ergab es sich
eben, daß dieses Gremium mich bei einem Gig beobachtet hat und
darauf gehört hatte, wie ich spiele. Es hat dann aber noch
einige Tage gedauert, bis ich Bescheid bekommen habe.
Thorsten :
War das dann während der Session für die erste LP?
Rolf :
Nein, nein, das war schon davor. Ich war ja dann ab dato
Mitglied. Diese Platte, die dann gemacht wurde, die ist ja aus
der Konstellation entstanden, daß mit Capt`n Horn "Hart wie
Marmelade" eingespielt wurde, konnte aber dann nicht mehr
weitermachen, weil da sind Gespräche geführt worden, auch von
Seiten des Studios. Man hat dann der Band nahe gelegt "Hört mal
Jungs, wenn wir jetzt mit dem eine ganze Platte machen, das wird
nie hinhauen." Tat zwar weh und vor allem war dann schon Rüdiger
Braune im Studio, das war der Schlagzeuger von den Ramblers.
Jetzt sitz Du mal als Schlagzeuger hinter der Wand und Du weißt
ganz genau, draußen scharren schon die anderen Kollegen "so komm
Horn mach jetzt, wir verpacken das mal eben".
Thorsten :
Warst Du dann während der ganzen Session dabei oder nur bei dem
Stück "Extrabreit"?
Rolf :
Es war völlig klar, daß nach "Hart wie Marmelade", das war ja
die Single, er gar nicht mehr zur Hauptsession kommt. Er hat nur
die Single eingespielt und da hat er so viele Takes einspielen
müssen, daß schon Rüdiger Braune für die Platte engagiert wurde
und ich engagiert wurde. Ich bin leider relativ spät
hinzugekommen, weil ich hier noch beruflich eingespannt war.
Sonst wäre ich selbstverständlich schon viel eher in
Hiltpoltstein gelandet und hätte auch mehr Titel eingespielt. Es
blieb gar nichts mehr als "Extrabreit". Das war ja das
faszinierende: die Band Extrabreit war wie eine Großfamilie. Da
hat Frank Becking Gitarre gespielt, Carlo Carges, eben zwei
Schlagzeuger. Wenn man das zu der damaligen Zeit gesehen hätte,
ist schon verrückt, wie dieses Werk dann entstanden ist. Ist
schon faszinierend, dreizehn Songs...
Thorsten :
Das dumme bei Extrabreit ist ja, da kennt man immer nur
"Flieger" und "Hurra, Hurra" und das wird als Aushängeschild
genommen. Das spielst Du ja heute auch immer noch. Das sind ja
nun mal Titel, bei denen hast Du selber gar nicht mitgespielt.
Die bekannte Band, also die Phantastischen 5, die hat die Songs
ja immer Playback im Fernsehen promotet und live gespielt und
als die Single rausgekommen sind, war die alte Band ja schon
Geschichte. Die haben also ihr Gesicht hergehalten, für eine
Platte, die sie nicht eingespielt haben und wo sie womöglich
auch finanziell nichts von hatten.
Rolf :
Ok, man muß jetzt die Geschichte zu dem damaligen Zeitpunkt mal
sehen. Das war ja auch eigentlich keine Band, sondern eher so
ein Rumpf, die damals die Platte gemacht haben. Das war ja jetzt
auch nicht so, daß die Platte rausgekommen ist und die ist
losgegangen, wie Schmidts Katze. Das stimmt ja gar nicht. Die
Single war der Testballon überhaupt, daß die Metronome damals
gesagt hat "ok wir wagen mal `ne Platte mit den Jungs". Gesagt,
getan. Dieses Material ist ja dann auch zusammen geschrieben und
getextet worden und dann ist diese Platte in Hiltpolstein
eingespielt worden mit diesen unterschiedlichen Musikern. Dann
ist die Platte veröffentlicht worden mit kleinem, wenigen
Aufwand und die dümpelte dann so mehr oder weniger recht und
schlecht in der Gegend rum. Es gab da mal den einen oder anderen
Fernsehauftritt da haben wir "Hurra hurra" gespielt. Das ist ja
als Single erschienen mit "Flieger". "Hurra" dümpelte auch, das
war noch nicht die Schülerhymne. Der Dosenöffner für die erste
Platte war die zweite Platte! Das war "Polizisten". Extrabreit
wurde bekannt dafür, daß "Polizisten" permanent gespielt wurde,
im Zeichen der Zeit. "Startbahn West" - dauernd war natürlich
Theater mit Polizei usw. Ich erinnere mich noch heute, da war
`ne Demo bei "Startbahn West" oder "Brockdorf", da sangen die
Demonstranten unter dem Wasserstrahl "Tag und Nacht, wird sie
bei Dir sein" und dann gab es Wusch! wieder einen Strahl ab...
Und wir dachten: "das ist ja der Hammer - die singen unser Lied
da auf einer Demo." Da war für mich klar, wir mußten was
erreicht haben, ohne zu wissen, was da draußen eigentlich
passiert war, mit unserer Platte.
Und dann ergab es
sich - ich habe ja immer so Tagebuch geführt, da habe ich
kürzlich mal nachgelesen - da haben wir in Hannover gespielt.
Wir haben ja gespielt und gespielt. Wir haben auf jedem
Bierdeckel gespielt! Für 100 Mark, für 200 Mark - Extrabreit
konnste damals buchen für 150 aufwärts. Ich sehe mich heute
noch: ich habe damals den Kassenwart gemacht mit so einer
kleinen Zigarrenkiste, da kam dann immer das Geld rein. Wir
konnten damals teilweise gar nicht nach Hause fahren, weil wir
mit der Konstellation mit dem VW-Bus nur bis zum nächsten Gig
fahren konnten. Wir haben mal einen Gig gemacht in Papenburg an
der Schleuse, da kamen abends 3, 4 Fährmänner rein, weil deren
Kahn da angelegt hatte. "Was soll das hier Extrabreit - wir
wollen unser Bier trinken". Egal, wir hatten unseren Gig gemacht
und konnten aber nicht nach Hause, weil wir am anderen Tag im
Tempodrom in Berlin spielen mußten. Und da gab es dann wieder
250 Mark oder so mit den "Stripes" und einer Punkband namens
"Die Facharbeiter". Solche Dinger haben wir am laufenden Meter
gemacht. Was war da da? 150 Leute und das nicht mal wegen uns
alleine. So haben wir gespielt und gespielt und gespielt und als
"Welch ein Land" dann raus war, dann gab es "Polizisten". Dann
gab es natürlich das obligatorische Sendeverbot von Franz-Josef
Strauß im bayrischen Rundfunk. Da gibt es auch noch einen Brief
von wegen "Verunglimpfung der Polizei" usw., was ja gar nicht
stimmt. Das ist ja nur eine Bildbeschreibung der Polizeikräfte,
keine Verunglimpfung. Dann, wo war ich stehen geblieben, haben
wir in Hannover gespielt im "Rotation". Das war damals der
angesagte Laden, wo nur so New Wave oder Punkkapellen aus
England, so richtig angesagte Akts gespielt haben. Wir so im
Kontext der Tour? Ob wir da nicht einen übergebraten bekommen?
Abends waren dann 1000, 1200 Leute. Jörg Hoppe, der war ja
damals noch bei uns und zog sich an der Locke "Eh - wir
verdienen ja heute abend zum ersten Mal Geld!". Wir waren
glücklich! "Was? Die wollen alle zu uns?". Das konnten wir gar
nicht begreifen! DER Laden in Hannover! Der Musikladen
schlechthin! 1200 - also gigantische Zahlen für uns damals. Das
war dann der Durchbruch. Ganz merkwürdig - step by step, wie so
ein Strohfeuer. Jeder Gig wurde immer besser besucht, immer
mehr. Und dadurch, daß dieses "Polizisten" Dingen raus war,
meinten die Leute, die "Welch ein Land" wäre unsere erste LP
gewesen und haben dadurch die erste erst entdeckt! "Wie die
haben ja schon `ne Platte draußen. "Ihre größten Erfolge" - wie,
was? Das war der Dosenöffner für "Hurra" und für "Flieger"! Das
ist ja das Verrückte daran. Das habe ich damals immer
beobachtet. Das kann man auch an den Verkaufszahlen sehen. Dann
marschierten die zweite ab und dann entdeckten die alle die
erste. Dann kam "Flieger" und "Hurra", dann entwickelte sich
auch diese Jugendbewegung und diese Schülerhymne. Erst aus der
Ernsthaftigkeit des "Polizisten"-Songs wurde dann "Hurra". Ist
schon verrückt - ist eine ganz verrückte Konstellation.
Dann gab es ja
dann die berühmt - berüchtigten, 1982 waren wir ja auf dem
Zenit, dicke Touren, die "Levis-Tour" usw. Und dann hatte man es
ja geschafft im Vertrieb der Metronome beide Platten zeitgleich
zu vergolden. An einem Tag hatte es der Vertrieb tatsächlich
geschafft 499.999 und dann eine noch irgendwie zu verscheuern an
einem und dem selben Tag. 250.000 pro Platte, das ist eine
gigantische Zahl. Heute gibt es, glaube ich, Gold bei 125.000.
Thorsten :
Haben denn die Bandmitglieder der ersten Platte auch eine
goldene bekommen?
Rolf :
Ja klar. Capt`n Horn war mit bei der Goldverleihung. Dem ist das
nur gleich geklaut worden!
Thorsten :
...weil auf dem Foto, was da an der Wand hängt sind ja nur Ihr
fünf drauf.
Rolf :
Ne, Ralf Teuwen, damals der Bassist, die waren alle dabei. Die
haben auch alle Gold gekriegt. Die haben wir auch alle
eingeladen und das haben wir auch bewußt so gemacht, weil die
Jungs haben da mit dran gearbeitet. Capt`n Horn war ja auch
Urstamm unserer großen Familie. Man muß das so sehen. Extrabreit
war eigentlich nicht nur einfach eine Band mit 3, 4, 5 Männeken.
Das waren von Anfang an immer unheimlich viel Leute aus
Wehringhausen aus den WGs usw. beteiligt gewesen. Jörg Hoppe ist
ja auch erst hinterher Manager geworden war aber von Anfang an
irgendwie mit drin. Das ging hinterher soweit - was haben wir
denn da für einen Song gemacht - Annemarie mit dem Kinderchor.
Da gab es dann Gabi Lappen, die war Musiklehrerin und gehörte
auch zu dieser WG. Die komponierte dann das Arrangement für den
Kinderchor. Wir waren so eine große WG. So kann man das
eigentlich sagen. Das waren nicht nur 4 oder 5. Hinterher war es
dann die klassische Besetzung, klar, als Hunter dabei kam,
Public dabei kam, da war es dann endgültig und das wurde dann
auch nach außen getragen "das ist jetzt die Band". Weil Kai, da
sind wir ja vorhin stehen geblieben, ist ja wieder ausgestiegen
nach der ersten LP. Das muß man sich mal vorstellen. Du machst
auf Sänger, besingst `ne Platte, Deine erste Platte, "Wahnsinn
eine Platte", da steigt der Sänger aus! Kai sagt: "ich will das
gar nicht machen". Wie Horst Werner Wiegand vorher auch. Ich
weiß noch wie ich mit Stefan damals sagte "was machen wir
jetzt"? Jetzt hatten wir `ne Band, keinen Sänger mehr. Das ist
ja eine Katastrophe! Wo Du eigentlich, wo dann die erste Platte
rauskam, spielen mußtest! Dann mußte der Laumann, Nopsi Laumann
ran. Das war auch wieder so ein Bekannter. Der ist sogar auf dem
Foto drauf auf der ersten Platte, obwohl der da gar nichts
gesungen hat. Aber wir hatten damals keine Band! Nur so ein
Rest! Kai wollte nicht mehr mitmachen, kein Foto machen, gar
nichts. Der war so in seiner Art "weg damit - habe ich nichts
mehr mit zu tun - Klatsch. War mal `n Versuch, war lustig im
Studio - gut erledigt!" Der schwankte dann auch. Was der heute
gut fand, fand er morgen völlig überflüssig. |