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Thorsten:
Du bist ja eigentlich der unbekannteste der Breiten. Da fangen wir doch
mal ganz am Anfang an: Dein richtiger Name, Dein Geburtsdatum und
Familienstand?
Bubi:
Andreas Hönig van Huijgevoort. Ja, so heiß` ich wirklich! Meine zweite
Frau hat diesen Namen und den fand ich so gut, daß ich einen Doppelnamen
genommen habe. Fand ich einfach witzig. Geboren bin ich am 11.07.1955.
Damit bin ich mit der älteste in der Band. Ich bin verheiratet und habe
drei Kinder. Mit meinem Ältesten habe ich vor Extrabreit einige Jahre
Hip Hop gemacht. So Hip Hardcore à la "Rage against the machine".
Thorsten:
Also Crossover.
Bubi:
Ja, aber auch ganz normalen Hip Hop und bin da mit einigen Hip Hoppern
unterwegs gewesen. War eine ganz interessante Erfahrung, mal mit was
ganz anderen, was mit Rock `n Roll gar nichts zu tun hat.
Thorsten:
Wie kommst Du auf den Spitznamen?
Bubi:
Als ich so zehn, elf war, da habe ich Fußball im Verein gespielt bei
Hohenlimburg 10. Beim Hamburger SV gab es zu der Zeit einen Spieler, der
hieß Franz-Josef Hönig und der hieß in dem Verein Bubi Hönig und so
haben die mir im Fußballverein auch diesen Namen gegeben. Das ist dann
über die Clique bis in die Musik reingekommen und ich konnte ihn nicht
wieder wegkriegen! (lacht) Ich bin da also selbst nicht drauf gekommen!
Also seit der C oder D-Jugend hieß ich dann "Bubi"!
Thorsten:
Warum spielst Du Gitarre?
Bubi:
Das ging mir wie vielen. Das Instrument hat mich einfach angemacht und
das schon ziemlich früh. Da war ich ungefähr 10. Wir waren in den 60ern
ein sehr konservatives Elternhaus und ich durfte keine Gitarre spielen.
Ich habe erst mal drei Jahre Geige gespielt und danach noch mal drei
Jahre Klavier und als ich dann 18 wurde habe ich dann erst angefangen
Gitarre zu spielen. Vorher ging das nicht, obwohl mein Vater vor dem
Krieg Berufsgeiger war. Gitarre hat mich fasziniert und dann habe ich
irgendwann mal so 1971 Rory Gallagher, Ritchie Blackmoore und solche
Leute gesehen. Ich komm` ja mehr von der Solistenseite, anders als
Stefan. Deshalb bin ich ja später so "Heavy" abgedriftet. Ich sag immer,
Stefan und meine Schnittmenge sind die "Rolling Stones"! Da liegen wir
voll übereinander und treffen uns mit unserem Geschmack.
Thorsten:
Was hast Du für Vorbilder an der Gitarre?
Bubi:
Vorbilder eigentlich keine. Ich habe ein paar Leute, die ich gut finde.
Meine Lieblingsband sind immer noch die "Allman Brothers". Aus den
Sachen sind dann so der Südstaatenrock entstanden obwohl das eine
Bluesrockband war. Da komm` ich eigentlich wirklich her. Vorbilder
damals waren eben Rory Gallagher, Ritchie Blackmoore, Jimmy Page. Aber
auch David Gilmour. Ich habe diese Siebziger-Heroes bis zum Abwinken
gehört. Ich habe sowieso einen sehr unterschiedlichen Musikgeschmack.
Ich habe auch mal ganz seichte Sachen gehört. Neil Young, war ich immer
ein Fan von. Seit ewig und drei Tagen bis zum heutigen Tag.
Thorsten:
Da habe ich auch das unglaubliche "Live Rust"!
Bubi:
Ja, der Hammer! Da könnte ich noch `ne Stunde drüber erzählen.
Thorsten:
Du spielst immer abwechselnd eine Strat und eine 335.
Bubi:
Genau, eine 335 Halbresonanz. Bei den Breiten spiele ich eigentlich
meistens nur Strat aber mit heißen Picks, damit es mehr knallt.
Thorsten:
Was war Deine erste Platte?
Bubi:
Ach Du Scheiße - `ne weiß ich noch. Irgendwas von den Beatles. "Yellow
submarine" oder "Help". Das müßte "Help" gewesen sein.
Thorsten:
LP oder Single?
Bubi:
Single. Damals waren nur Singles angesagt. Ich hatte auch "Honky tonk
women". Ich habe Beatles und Stones gehört und habe die nicht
gegenseitig gehaßt. Ich fand die beide geil. Eine zeit lang bin ich dann
unglaublich auf Creedence Clearwater Revival abgefahren. Ende der 60er
war das für mich der Hammer, eine Superband. Danach bin ich dann erst zu
der "progressiven" Musik, sagte man damals, gekommen. Die hatte man dann
nur auf LP. "King Crimson" war eine Band, die ich richtig gefressen
habe. Ziemlicher stranger Kram, der auch wenig mit Rock zu tun hatte.
Thorsten:
Dein Lieblingslied von Extrabreit?
Bubi:
(Lacht) Was ist das denn jetzt? Find ich ja super? Ich glaub` "Hart wie
Marmelade".
Thorsten:
Die schnelle Fassung oder die mit dem langsamen Opening?
Bubi:
In der Fassung, wie wir das jetzt spielen, find ich das super! Das
gefällt mir sehr gut, da ist einfach alles drin in der Nummer! Was ich
auch gerne spiele, das spielen wir ja neuerdings jetzt erst, das ist
"Ich will hier raus!" Das gehört auch dazu - ganz erste Garnitur. Kurz
und prägnant, obwohl alles drin ist, was ein Song braucht. Deshalb ist
meine Liebe zur Punkmusik erst später gekommen, da gab es die Punkwelle
gar nicht mehr und ich habe sie für mich entdeckt.
Thorsten:
Gibt es einen Titel aus dem Set, den Du gar nicht abkannst?
Bubi:
Ne, da gibt es keinen. Ich find die alle super. Wir spielen ja sehr viel
und haben auch viele Titel geprobt und wieder verworfen und weggetan.
Jetzt kommen wahrscheinlich wieder mal ein paar neue dazu.
Thorsten:
Welchen Titel würdest Du denn gerne mal spielen?
Bubi:
"Geisterbahn". Da bin ich aber nicht der einzige, der so denkt. Das
wollten wir uns echt mal vornehmen, weil das eine supergeile Nummer ist.
Ist ja auch immer stimmungsmäßig unterworfen, wie man gerade so drauf
ist. Wir haben z.B. "Superhelden" einstudiert und dann gemerkt, daß paßt
nicht ins Programm.
Thorsten:
Echt? Geil!
Bubi:
Ja, aber es war nicht das, was wir wollten. Wir haben aber noch ein
großes Repertoire, aus dem wir wählen können. Es ist ja noch nicht
beendet!
Thorsten:
Es ist interessant, daß auch viele Titel in den letzten Sets seit Bochum
sind, die aus Deiner ersten Extrabreit-Phase 1990 - 1993 stammen.
Bubi:
Ja, jetzt mal mehr. Das sind ja dann auch Sachen, die können wir heute
irgendwie anders interpretieren, muß ich da sagen, obwohl wir das
gleiche spielen. Es hat sich schon was verändert. Alle sind ausgereifter
geworden und spielen die Sachen cooler, sag ich mal neudeutsch.
Thorsten:
In welchen Bands hast Du vor Extrabreit gespielt?
Bubi:
Aah! Unzählige!
Thorsten:
Gibt es davon irgendwelche Plattenaufnahmen?
Bubi:
Ja, aus meiner Heavyzeit "Faithfull Breath" und "Bullets", da gab es
Platten von. Ich habe in meiner Karriere wenig Platten aufgenommen. Ich
war zwar viel in Studios aber letztendlich ist daraus dann nichts
geworden, wenn ich ehrlich bin. Ich hatte da also nie die Band, die den
riesen Aufhänger hatte.
Thorsten:
Gibt es denn von "Green" Aufnahmen?
Bubi:
Nein, "Green" war und ist ja immer eine reine Coverband. "Green" hat ja
nur deshalb so ein bißchen Ruhm, weil die zu einer Zeit angefangen haben
- das ist ja nun 25 Jahre her seit 1978 - da war das noch was anderes.
Da gab es einmal die Oldiebands, die die Beatmusik nachspielten und dann
gab es Band wie uns, die waren schon langhaarig und spielten die Songs
unserer Zeit und interpretierten die dann auch anders.
Thorsten:
"Green" hatte doch damals auch so einen "Unteritel" - Roaring Sixties
oder so.
Bubi:
Ja, "playing Roaring Sixties" haben wir uns mal eine Zeit lang genannt.
Thorsten:
Da hängt im "Flieger" doch noch dieses coole alte Plakat mit den
Matten....
Bubi:
(lacht) Ja, das ist wirklich von 1978, das ist uralt! Ich habe wirklich
in unzähligen Bands gespielt. Ich habe viele Bands gegründet, Demos
gemacht, verschickt und da ist dann nichts daraus geworden. Auch als
einzelner Gitarrist.
Thorsten:
Ich hatte Dich hier im Werkhof mal gesehen, da hast Du mit "Green"
gesungen. Das war wohl auch eine kurze Zeit.
Bubi:
Ja, ich habe 1995 ein Jahr lang mal gesungen. Das war eine Notlösung.
Michael (Grimm) war ausgestiegen zu dieser Zeit und Milla (Kapolke) war
nicht greifbar, weil er noch in Portugal war. Wir hatten keinen Sänger,
Andy Schaade war damals noch im Gespräch und da der dann nicht wollte,
habe ich das kurzerhand selber gemacht. Das war auch bestimmt nicht gut
aber scheißegal, die Band war ja so ganz witzig. Wir hatten damals auch
versucht, extreme Cover zu machen, also die Nummern wirklich auseinander
zu nehmen.
Ende Teil 1
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